Wie sieht die Forschung aus, die über unsere Zukunft entscheidet? Auf der Suche nach Antworten hat die Frauenunion Erftstadt am Donnerstag, 2. Juli 2026, das Forschungszentrum Jülich besucht – eine der größten interdisziplinären Forschungseinrichtungen Europas. Von der Biotechnologie über die Pflanzenforschung bis zur Rundfahrt über den weitläufigen Campus erlebte die Gruppe einen abwechslungsreichen Tag, der Wissenschaft begreifbar machte und zugleich zeigte, wie lebendig politische Bildungsarbeit aus Frauenperspektive sein kann.
Empfangen wurde die Gruppe am Haupteingang an der Wilhelm-Johnen-Straße von Gästeführerin Kerstin Annassi. In einem Einführungsvortrag erhielten die Teilnehmerinnen einen Überblick über das Forschungszentrum: Als Gründungsmitglied der Helmholtz-Gemeinschaft forschen hier rund 7.400 Menschen aus mehr als 100 Nationen an den großen Zukunftsfeldern Energie, Information und Bioökonomie. Auf dem Campus im Rheinischen Revier zwischen Aachen, Köln und Düsseldorf steht unter anderem JUPITER, der erste Supercomputer der Exascale-Klasse in Europa – und mit dem Physik-Nobelpreisträger Peter Grünberg (2007) hat der Standort bereits Wissenschaftsgeschichte geschrieben.
Faszinierende Einblicke in die Welt der Mikroben
Besonders beeindruckend war der Besuch im Institut für Bio- und Geowissenschaften – Biotechnologie (IBG-1). Prof. Dr. Julia Frunzke, die an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf lehrt und in Jülich die Arbeitsgruppe „Bakterielle Netzwerke und Interaktionen" leitet, gab in Vortrag und Führung Einblicke in ihre Forschung an Bakteriophagen. Unter dem Mikroskop erinnern diese winzigen Viren – gerade einmal 50 bis 200 Nanometer groß – ein wenig an kleine Mondlandefähren. Tatsächlich sind sie wahre Meister darin, den Stoffwechsel von Bakterien umzuprogrammieren. Genau diese Tricks wollen die Jülicher Forscherinnen und Forscher nutzbar machen, damit Bakterien künftig zum Beispiel Medikamente oder Feinchemikalien nachhaltig herstellen. Für die Mitglieder der Frauenunion und Gäste war es ein anschauliches Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung ganz konkret zu Anwendungen für Gesundheit und Umwelt führt.
Beim gemeinsamen Mittagessen im Seecasino blieb anschließend Zeit für den persönlichen Austausch – über das Erlebte ebenso wie über die Frage, wie sich noch mehr Frauen für Wissenschaft, Technik und Forschung begeistern lassen.
Die Pflanze von morgen – Forschung mit gesellschaftlicher Bedeutung
Am Nachmittag ging es an den Gewächshäusern weiter: Im Institut für Bio- und Geowissenschaften – Pflanzenwissenschaften (IBG-2) führten Benedict Ohrem und Silvia Braun durch die Forschung rund um die Pflanze von morgen. Wie reagieren Pflanzen auf ein sich änderndes Klima? Und wie lässt sich die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sichern? Fragen, die weit über das Labor hinausreichen und unmittelbar gesellschaftliche wie politische Bedeutung haben. Eine abschließende Rundfahrt über den Campus rundete das Programm ab.
Politische Bildung aus Frauenperspektive
Das Fazit der Teilnehmerinnen fiel durchweg positiv aus. Der Besuch reihte sich ein in die Arbeit der Frauenunion Erftstadt, die Frauen immer wieder mit Zukunftsthemen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringt – und ihnen Mut macht, mitzugestalten.
„Dieser Tag hat gezeigt, wie spannend Forschung ist und wie wichtig es ist, dass Frauen sich selbstverständlich in diese Zukunftsthemen einbringen", resümierte Marianne Zerres, Vorsitzende der Frauenunion Erftstadt. „Als Frauenunion wollen wir Perspektiven eröffnen, neugierig machen und Frauen ermutigen, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Verantwortung zu übernehmen. Der Besuch in Jülich war dafür ein idealer Impuls." Ihr Dank galt dem Forschungszentrum Jülich und dem Team der Gästeführung für einen rundum gelungenen Tag.

Empfehlen Sie uns!