Nach Vorstoß von CDU und Grünen

28.07.2026

Rat beschließt einstimmig Stärkung von Katastrophen- und Hitzeschutz in Erftstadt

Der Rat der Stadt Erftstadt hat in seiner Sitzung am 15. Juli einstimmig beschlossen, drei zentrale städtische Räume für den Katastrophenschutz zu ertüchtigen. Grundlage ist ein gemeinsamer Antrag der Koalition aus CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Aulen der Schulen in Lechenich und Liblar sowie der Ratssaal sollen künftig im Krisenfall als gut erreichbare Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen – bei anhaltender Hitze, bei strenger Kälte und bei einem längeren Ausfall der Energieversorgung.

Fünf Jahre nach der Flut von 2021 zieht die Stadt damit eine weitere Konsequenz aus der Katastrophe. Die Erfahrungen von damals haben das Bewusstsein dafür geschärft, dass Vorsorge nicht erst im Ernstfall beginnen darf.

Die drei Räume werden klimatisiert und energetisch saniert. Beide Maßnahmen wirken in zwei Richtungen, im Alltag und im Ernstfall. Im Regelbetrieb verbessern sie die Bedingungen an den Schulen, etwa bei Unterricht, Prüfungen und Aufführungen, und sorgen im Ratssaal für ein angenehmeres Raumklima bei Sitzungen und Veranstaltungen. Tritt eine Krise ein, schützen die klimatisierten und beheizbaren Räume vor Hitze und Kälte; bei einem großflächigen Stromausfall stehen dort Wärme, Notstrom und eine Grundversorgung bereit.
Bei extremen Temperaturen stehen damit gekühlte Rückzugsorte bereit, die insbesondere älteren Menschen, chronisch Kranken und Familien mit kleinen Kindern helfen. So wird der Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Belastungen konkret verbessert.

Finanziert wird das Vorhaben aus dem NRW-Infrastrukturgesetz 2025 bis 2036, das aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur gespeist wird. Eigene Haushaltsmittel muss Erftstadt dafür nicht aufbringen.
Dass der Antrag einstimmig angenommen wurde, werten CDU und Grüne als Bestätigung ihres Kurses. Die Verwaltung erarbeitet nun die konkrete Umsetzung an den drei Standorten.

„Wer so eine Katastrophe erlebt hat wie wir in Erftstadt, trägt eine besondere Verantwortung. Katastrophenschutz fängt nicht erst an, wenn die Krise schon da ist – man muss vorher präventiv handeln. Mit diesem Beschluss schaffen wir konkrete Orte, an die sich die Menschen wenden können, wenn es draußen zu heiß oder zu kalt ist oder der Strom ausfällt. Und weil wir das über Landesmittel finanzieren, gibt es diese Sicherheit nicht auf Kosten des städtischen Haushalts“, sagt Stephan D. Bremer, Fraktionsvorsitzender der CDU Erftstadt.

„Die Folgen der Klimakrise sind in Erftstadt angekommen, das spüren wir jeden Sommer deutlicher. Was uns an diesem Beschluss überzeugt: Das Geld wirkt doppelt. Wir sanieren Schulen und Ratssaal energetisch, senken so dauerhaft Verbrauch und Kosten und schaffen zugleich kühle Schutzräume für die Bevölkerung bei Hitzewellen. So verbinden wir Klimaanpassung mit einem echten Mehrwert für den Alltag“, sagen Stephanie Bethmann und Kathleen Bausch, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Erftstadt.