Die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Erftstadt lehnen den Antrag auf eine stadtweite Elternbefragung zur Schulentwicklungsplanung ab. Nicht weil Elternbeteiligung unerwünscht wäre, sondern weil Erftstadt bereits über eine fundierte Grundlage verfügt: eine faktenbasierte, belastbare Schulentwicklungsplanung.
Fundierte Planung als Grundlage zukunftssicherer Entscheidungen
Die Schulentwicklungsplanung der Stadt Erftstadt basiert auf belastbaren demografischen Prognosen, Schülerentwicklungsdaten und einer systematischen Analyse der schulischen Infrastruktur. Diese Grundlagenarbeit ist keine Formalie – sie ist die Voraussetzung dafür, dass Entscheidungen über Kapazitäten und Standorte rechtlich tragfähig getroffen werden können und die Schullandschaft zukunftssicher aufgestellt bleibt. Die aktuelle Schulentwicklungsplanung zeigt: Erftstadt ist hier gut aufgestellt – ein Ergebnis, das auf sorgfältiger Planungsarbeit beruht.
Eine Befragung ohne geklärte Grundlagen wäre unehrlich
Eine groß angelegte Elternumfrage zum jetzigen Zeitpunkt würde Erwartungen wecken, die der politische und rechtliche Rahmen möglicherweise gar nicht erfüllen kann. Wer heute nach Schulformen fragt, die aufgrund bestehender Schulangebote im Umkreis behördlich nicht genehmigungsfähig wären – weil dadurch bestehende Schulen in ihrem Bestand gefährdet würden –, lädt Eltern zu einem Prozess ein, der ins Leere und am Ende zu Frust statt zu Lösungen führt. Das wäre keine echte Beteiligung, sondern eine Enttäuschung mit Ankündigung.
Hinzu kommen erhebliche Kosten, die die Stadt für eine Befragung in dieser Dimension aufbringen müsste – Kosten, die angesichts der angespannten Haushaltslage kaum zu vertreten sind. Schulträger wie die Stadt Erftstadt haben zudem keinen Einfluss auf Lehrpläne oder Schulformzulassungen – Themen, die bei einer offenen Befragung erfahrungsgemäß im Mittelpunkt stehen.
Viele Aspekte, die bei einer solchen Befragung erfahrungsgemäß im Mittelpunkt stehen – Lehrerversorgung, Rahmenlehrpläne, sozialpädagogische Förderung – sind Steuerungsgrößen auf Landesebene. Wer so tut, als könne der Schulträger hier Veränderungen bewirken, verlagert die Diskussion auf eine Ebene, auf der diese Entscheidungen gar nicht getroffen werden.
Elternbeteiligung – dort, wo sie tatsächlich wirkt
Elternbeteiligung ist wichtig – vor allem dort, wo sie auch Wirkung entfalten kann. Bereits heute bestehen vielfältige Möglichkeiten: Fachkonferenzen, Schulkonferenzen und insbesondere die Schulpflegschaften geben Eltern die Möglichkeit, Impulse zur Schulentwicklung zu geben – in Formaten, die rechtlich verankert sind und tatsächlich Einfluss ermöglichen. Diesen Weg wollen CDU und Grüne weiter stärken.
„Wir wollen eine Schulentwicklung, die auf solider Arbeit beruht und Eltern dort einbindet, wo ihre Stimme wirklich zählt und im Rahmen der vorgesehenen Möglichkeiten tatsächlich Wirkung entfalten kann.“ Stephan D. Bremer, Stephanie Bethmann.

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